Anthropic warnt: KI bremst Wachstum von 10 Berufen bis 2034

Die Anthropic, Schöpferin des Chatbots Claude, veröffentlichte im März 2026 einen Bericht, der den tatsächlichen Einfluss der Künstlichen Intelligenz auf den US-amerikanischen Arbeitsmarkt untersucht. Die Studie führt eine Metrik namens "beobachtete Exposition" ein, die theoretische Fähigkeiten von KI-Modellen mit praktischen Nutzungsdaten kombiniert. Sie kommt zu dem Schluss, dass bestimmte Berufe bereits eine Verlangsamung des prognostizierten Wachstums bis 2034 erleben. Dies geschieht ohne Massenentlassungen, aber mit klaren Anzeichen für eine Reduzierung der Einstellungen für junge Menschen.
Im Mittelpunkt der Analyse steht der Vergleich mit Projektionen des Bureau of Labor Statistics (BLS), einer US-Regierungsbehörde. Laut dem Bericht sinkt das prognostizierte Beschäftigungswachstum um 0,6 Prozentpunkte für jede 10-prozentige Erhöhung der Aufgabenabdeckung durch KI. Und die Daten sind konkret: Berufe wie Computerprogrammierer haben 75% ihrer Aufgaben, die bereits durch Claude in realen Anwendungen abgedeckt werden, während Kundenservice-Mitarbeiter 70% erreichen. Aber der Einfluss endet nicht dort und betrifft vor allem ältere Arbeitnehmer, Frauen und Fachkräfte mit höherem Gehalt.
Die Studie kombiniert Informationen aus über 800 Berufen und zeigt eine Liste der am stärksten exponierten Berufe. Programmierer führen die Liste an, gefolgt von Kundendienstmitarbeitern und Dateneingabearbeitern, beide mit 67% Abdeckung. Finanzanalysten und Buchhalter erscheinen ebenfalls, mit 60% bzw. 55%. Jedoch bleiben manuelle Sektoren wie Bauwesen und Landwirtschaft nahezu unberührt, mit minimaler Exposition. Laut Anthropic zeigt dies, dass KI in Wissensaufgaben weiter voranschreitet, aber immer noch auf gesetzliche und betriebliche Hürden trifft.
Und die Auswirkungen sind bereits in aktuellen Daten sichtbar. Seit der Einführung von ChatGPT Ende 2022 gab es laut den Ökonomen Maxim Massenkoff und Peter McCrory, den Autoren des Berichts, keinen systematischen Anstieg der Arbeitslosigkeit in exponierten Bereichen. Die Einstellungsrate für Arbeitnehmer zwischen 22 und 25 Jahren sank jedoch um etwa 14% in diesen Berufen, was darauf hindeutet, dass KI den Zugang zum Markt erschwert. Der tatsächliche Einsatz der Technologie ist jedoch nur ein Bruchteil des theoretischen Potenzials, was Zeit für Anpassungen gibt.
Für die Zukunft weist der Bericht darauf hin, dass Unternehmen wie Anthropic selbst und Konkurrenten wie OpenAI diese Muster genau beobachten müssen. Reaktionen aus der Branche umfassen Aufrufe zu Investitionen in Upskilling mit Programmen, die lehren, KI-Tools zu orchestrieren statt routinemäßige Aufgaben zu erledigen. Das BLS aktualisiert jährlich seine Projektionen, und die nächsten Daten von 2027 dürften weitere Fortschritte erfassen und diese Schätzungen möglicherweise nach unten korrigieren, falls die Akzeptanz beschleunigt wird.
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